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Aktuelles Kreislaufwirtschaft Nachhaltigkeit

Jetzt in der PreZero Arena: Unser praktischer Mehrwegbecher

Veröffentlicht: 19.06.2020
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Neues Denken für ein sauberes Spiel

An jedem Spieltag, egal ob samstags halb vier in der Bundesliga oder sonntags um zehn in der Kreisklasse, strömen die Fans zum Getränkestand. Wer kennt es nicht: Tausende Becher werden ausgeteilt und was nach der Nutzung mit ihnen passiert, interessiert die wenigsten. Alleine in der PreZero Arena werden pro Spieltag durchschnittlich 22.000 Getränke ausgeschenkt.

Wie kann dieses Problem gelöst werden?

PreZero und die TSG Hoffenheim sind sich einig: Gemeinsam wird die PreZero Arena zum Symbol für Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz entwickelt. Hierzu werden beide Partner alle bestehenden Prozesse analysieren, um Optimierungspotentiale zu finden. Jede Veränderung wird dabei auf ökologische und ökonomische Aspekte untersucht. Denn Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn Ökologie und Ökonomie im Einklang miteinander stehen.

Ist Mehrweg nachhaltiger als Einweg?

Viele Fußballfans der TSG Hoffenheim haben uns oft die Frage gestellt, inwiefern die PreZero Arena als nachhaltiges Stadion bezeichnet werden kann, zumal es bislang eins von insgesamt vier Stadien der 1. Deutschen Fußball Bundesliga war, in dem bis Anfang 2020 noch ein Einwegbechersystem zum Einsatz kam.

Mit Beginn der Partnerschaft im Januar 2019 wurde deshalb die Frage des richtigen Bechersystems gründlich analysiert. Ausgangssituation war die Nutzung eines PLA-Einwegbechersystems. PLA (Polylactid) wird aus dem natürlichen Rohstoff Maisstärke gewonnen. Seine Besonderheit besteht zum einen darin, vollständig biologisch abbaubar und zum anderen recyclebar zu sein. Somit könnte die thermische Verwertung bei einer Trennung der Einwegbecher vom Restabfall vermieden und idealerweise neue Produkte aus dem Material hergestellt werden.

Jedoch ist bei der Überprüfung dieser Variante schnell klar geworden, dass eine Umsetzung in Deutschland nicht möglich ist. Einerseits gibt es in Deutschland keine Recyclingmöglichkeiten für das Material PLA, da selbst bei der Sammlung aller Becher über eine gesamte Saison keine Masse entstehen würde, mit der Recyclingunternehmen ökonomisch arbeiten können. Andererseits ist auch der biologische Abbau in deutschen Biogasanlagen nicht realisierbar, da diese größtenteils auf einen Abbaurhythmus von drei Wochen eingestellt sind und der Abbau von PLA mindestens die doppelte Länge der Zeit benötigt.

Auch die Auswertung von Ökobilanzen hat gezeigt, dass die Verwendung von Mehrwegbechern bei langfristiger Nutzung nachhaltiger ist, wenn dabei Parameter wie kurze Transportwege zur Spülanlage eingehalten werden. Mit den gewonnenen Erkenntnissen kamen alle beteiligten Partner zu dem Schluss, dass ein Mehrwegsystem für den Standort der PreZero Arena die beste Alternative ist.

Einführung eines innovativen Mehrwegbechersystems

In der Fußballbundesliga ist es üblich, dass alle Mehrwegbecher in den Stadien mit Motiven der aktuellen Spieler oder historischen Momenten bedruckt sind. Diese Becher sollen Fans dazu animieren, die Becher zu sammeln, damit das Pfand von meist 1 bis 2 Euro die erhöhten Anschaffungs- und Handlingkosten abdeckt. Jedoch werden diese Becher auf Grund von Saisonbrandings und Spielertransfers oft nur für ein Jahr verwendet. Des Weiteren wird ein Großteil der gesammelten Becher im privaten Haushalt nach einigen Jahren entsorgt, sobald diese kaputt oder die Motive durch die Spülmaschine ausgewaschen sind.

Klarer Fokus auf Nachhaltigkeit

Bei der Einführung des Mehrwegbechers in der PreZero Arena wurden drei Hauptkriterien definiert:

Die Becher müssen eine maximale Nutzungsdauer haben und sollen erst ausgetauscht werden, sobald sie kaputt sind.

Die Becher müssen aus einem Material bestehen, welches nach der Nutzung recycelt werden kann.

Die Transportwege zwischen PreZero Arena und Spülanlage müssen kurz sein, um möglichst geringe CO2-Emissionen zu verursachen.

Um die maximale Nutzung der Becher zu gewährleisten, wurde bewusst auf ein Branding mit Spielermotiven oder historischen Momenten verzichtet.

 

Des Weiteren wurden bereits ab Januar 2019 Mehrwegglühweinbecher in den Wintermonaten eingeführt. Dabei konnte die Erkenntnis gesammelt werden, dass nur circa 33 Prozent aller ausgegebenen Becher freiwillig von den Fans zu den Kiosken zurückgebracht wurden.

Geschlossener Kreislauf durch Pfandsystem

10 Prozent weniger Restabfall pro Spiel

Deshalb haben wir uns für die Einführung eines Pfandsystems entschieden. Das Pfand in Höhe von 0,50 Euro soll Fans animieren, ihre Becher nach Benutzung an den Kiosken zurück zu bringen. Natürlich wird es immer auch eine Restmenge an Bechern geben, die am Spieltag nicht zurückgegeben werden. In naher Zukunft kann es durch den abgebildeten Strichcode die Möglichkeit geben, mitgenommene Mehrwegbecher an Pfandautomaten in LIDL- und Kauflandfilialen deutschlandweit zurück zu geben.

Deshalb bestehen unsere Mehrwegbecher aus PE Material (Polyethylen). Das PE Material kann von den Pfandautomaten vom Pfandflaschenmaterial PET unterschieden und aussortiert werden. Somit garantieren wir einen geschlossenen Kreislauf des eingesetzten Materials, das anschließend zu neuen Produkten, wie Sitzkissen, weiterverarbeitet werden kann.

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