Nachhaltigkeit

Papier: Ein alternativloser Rohstoff?

Veröffentlicht: 11.03.2019 Lesezeit: 5 Min
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"Pro Minute wird eine Fläche so groß wie 35 Fußballfelder gerodet, um den enormen Bedarf zu decken. "

Einen Alltag ohne Papier können wir uns kaum vorstellen: Notizblöcke, Zeitungen, Magazine oder Eintrittskarten – überall begleitet uns Papier. Laut Statista wurden 2016 weltweit 400 Millionen Tonnen produziert. Dafür notwendig: jede Menge Holz! Pro Minute wird eine Fläche so groß wie 35 Fußballfelder gerodet, um den enormen Bedarf zu decken. Viel Holz gelangt dann nach Deutschland, denn die Bundesrepublik ist der viertgrößte Papierhersteller der Welt.

Als einer der führenden Umweltdienstleister in Deutschland entwickelt PreZero innovative und ressourcenschonende Papiersparlösungen für seine Kunden. Die Wertstoffberater suchen nach Möglichkeiten, um Prozesse bei den Kunden papierlos zu gestalten und implementieren mit unkonventionellen Recyclinglösungen zukunftsfähige Alternativen zum Frischfaserpapier.

Bei PreZero-Partner TSG 1899 Hoffenheim haben die Wertstoffmanagement-Experten zum Beispiel eine Verwendung für monatlich durchschnittlich zwei Tonnen Rasenschnitt aus der PreZero Arena gefunden. Aus den abgeschnittenen Halmen werden Autogrammkarten aus TSG-Rasen. In Zusammenarbeit mit dem Graspapierhersteller Creapaper entsteht ein Must-Have-Recyclingprodukt für die Fans des Bundesligisten.

Wer Papier sparen will, benötigt aber nicht zwingend einen Rasenmäher. Wir zeigen, wie Papierverbrauch schnell und effektiv gesenkt wird.

 

Papierloses Büro

Eine einfache Möglichkeit, um Papier im Büroalltag zu reduzieren, ist die Digitalisierung der Kommunikation – ein papierloses Büro also. Der Hinweis „Think before you print!“ auf einer E-Mail ist einfach umzusetzen und effektiv. Wer dann noch die Kollegen durch ein Schild über dem Drucker zum Umweltschutz durch Druckverzicht motiviert, wird schnell Erfolge verzeichnen. Übrigens auch wirtschaftlich. Denn Papier, das nicht verbraucht wird, muss auch nicht gekauft werden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Softwarelösungen, die der Zettelwirtschaft entgegenwirken. OneNote, Frontify und WebEx und Co. bringen darüber hinaus auch Effizienzvorteile. Teams können parallel und in Echtzeit von unterschiedlichsten Orten im gleichen Dokument arbeiten, dauerhaft auf aktuelle Informationen zugreifen oder sich in Videokonferenzen austauschen.

Recyclingpapier statt Frischfaserpapier

Recyclingpapier besteht aus Altpapier, Karton und Pappe und kann bis zu sieben Mal wiederverwertet werden. Im Vergleich zu Frischfaserpapier werden bei der Herstellung von recyceltem Papier 60 Prozent Energie, bis zu 70 Prozent Wasser und pro Tonne Papier 1,6 Tonnen Holz eingespart. Dem Bayerischen Rundfunk nach steht die Frischfaser dem Recyclingpapier auch qualitativ in nichts nach. Es ist zwar teurer als Frischfasermaterial, aber ein wirksamer Beitrag zum Umweltschutz. Wer darüber hinaus viel eigenes Altpapier hat, kann im eigenen Unternehmen Kreisläufe schließen. GreenCycle, aus der PreZero hervorging, versorgt das Handelsunternehmen Lidl schon seit nahezu zehn Jahren mit Recyclingpapier aus eigenen Wertstoffen.

Graspapier – Symbol für Umweltengagement

Eine weitere ressourcenschonende Papierlösung ist die Herstellung aus Gras. Dafür muss das Gras lediglich getrocknet, zugeschnitten, gemahlen und pelletiert werden. Durch die schonendere Aufbereitung mit weniger Energie, der Hälfte an Wasserverbrauch und ohne Chemiezugabe, lassen sich die CO2-Emissionen um fast 75 Prozent reduzieren. Das Endprodukt ist bewusst nicht so weiß wie Frischfaserpapier und im Gebrauch ein echter Hingucker. Der von PreZero für die TSG entwickelte Ansatz, das eigene Gras für die Produktion von Papier zu nutzen, ist aber vor allem ein Symbol für den Anspruch des Bundesligisten, auch abseits des Platzes Verantwortung zu übernehmen. Wer also seine Geschäftspartner beeindrucken möchte, versendet Briefe im Kuvert aus Graspapier, druckt die Weihnachtsgrüße auf Heu oder verteilt Infoflyer aus dem nachwachsenden Rohstoff. Der Erfolg ist garantiert, wie auch das rege Interesse an den Autogrammkarten der Kicker aus Hoffenheim zeigt.

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