Gemeinsam für eine smarte Kreislaufwirtschaft und Rohstoffsouveränität: Bosch, C-ECO und PreZero streben strategische Zusammenarbeit an

v.l.n.r.: Kun Zhao (VP Purchasing Raw Materials and Components, Bosch), Carsten Kopp (EVP and Chief Business Officer, Bosch Mobility Aftermarket), Christoff Wachendorff (SVP Purchasing, Bosch Mobility Aftermarket), Ronald Bornée (Director Business Development & Sales, PreZero Deutschland), Carsten Dülfer (CEO, PreZero Deutschland), Peter Bartel (Business Development, C-ECO)

08.09.2026

Kooperation zu zirkulären Geschäftsmodellen als Basis für Nachhaltigkeit und als strategischer
Risikopuffer


Wesseling, den 8. September 2026. Um den europäischen Aftermarket nachhaltig zu transformieren und gegen geopolitische Schocks abzusichern, planen das Technologieunternehmen Bosch, einer der führenden Anbieter von Core Management Services C-ECO und PreZero (die Kreislaufwirtschaftssparte der Unternehmen der Schwarz Gruppe) eine weitreichende Kooperation. Die Unterzeichnung eines entsprechenden Memorandum of Understanding (MoU) zwischen den Unternehmen wurde auf der Automechanika in Frankfurt am 8. September 2026 bekanntgegeben. Ziele der geplanten Zusammenarbeit sind der Aufbau geschlossener Stoffkreisläufe zur Sicherung der europäischen Rohstoffversorgung, die Förderung der Kreislaufwirtschaft und die nachhaltige Stärkung der Resilienz europäischer Lieferketten.


Ökologie trifft auf intelligente Prozesse und robuste Lieferketten

Die Partnerschaft schafft eine einzigartige Schnittstelle zwischen modernster Diagnosetechnik sowie Remanufacturing-Erfahrung von Bosch, der KI-basierten Teileerkennung von C-ECO und dem innovativen Rohstoffmanagement von PreZero. Diese enge Verzahnung ermöglicht es, den Zustand von Autokomponenten präzise zu erfassen und sie im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft effizient zu verwerten.


Erhalt der europäischen Wertschöpfung

Ein zentrales Hindernis für die automobile Kreislaufwirtschaft ist der Abfluss wertvoller Alt- und Totalschaden-Fahrzeuge ins Nicht-EU-Ausland. PreZero sichert hierbei gezielt den Zugriff auf diese Stoffströme und übernimmt den Ausbau sowie die fachgerechte Zerlegung, um sie im europäischen Kreislauf zu halten. So wird der Nachschub an Gebrauchtteilen („Cores“) für die Industrie verlässlich sichergestellt. Indem geschlossene Materialkreisläufe etabliert werden, leisten die Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit und Resilienz nationaler und europäischer Lieferketten.

„Wir bringen die operative Kraft mit, um strategisch wichtige Stoffströme in Europa zu halten und unsere Industrie fundamental unabhängiger zu machen. In einer Zeit, in der wichtige Ressourcen weltweit knapper werden, sind wir es, die sicherstellen, dass Rohstoffe aus dem Recycling als neue Basis für innovative Produkte dienen”, sagt Carsten Dülfer, CEO bei PreZero Deutschland.

Gleichzeitig steht die ökologische Nachhaltigkeit im Vordergrund: Bosch, C-ECO und PreZero streben eine kontinuierliche Optimierung der Ressourceneffizienz über den gesamten Produktlebenszyklus an. Die Partner verankern das Prinzip des „Design for Circularity“ bereits in der Entwicklungsphase. So stellen sie sicher, dass zukünftige Produktgenerationen von Grund auf für ein optimales Recycling konzipiert sind.


Datengestützte Entscheidungen: Der „Moment of Truth“

Um im Demontageprozess die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollsten Entscheidungen zu treffen, evaluieren die Unternehmen das Konzept des „Moment of Truth“. C-ECO bringt hierfür seine hohe IT-Kompetenz und KI-basierte Technologien zur automatisierten Teileerkennung ein. C-ECO kombiniert die visuelle Bewertung von Altteilen mit den Diagnose-, Zustands- und Fahrzeugdaten von Bosch. Auf dieser Basis bewerten die Unternehmen direkt beim Zerlegen durch PreZero fundiert, ob sich eine Komponente für Reuse, Remanufacturing oder Recycling eignet.

Dieser Ansatz schließt den Kreis zwischen Technologie, intelligenter Komponentenbewertung und Wertstoffmanagement. Zudem adressieren die Partner damit die neu verabschiedete EU-Verordnung über Altfahrzeuge (ELV-R), die eine deutlich höhere Transparenz über Fahrzeug- und Komponenteninformationen zum Zeitpunkt der Demontage fordert.
 

Die potenziellen Geschäftsmodelle zielen auf eine umfassende Wertschöpfung entlang der Kreislaufwirtschaft ab, beispielsweise durch die Beschaffung wiederverwendbarer Komponenten (Cores), datengestützte Diagnostik oder die Sicherung von Kunststoffrezyklaten (PA, PBT). Zudem umfasst die flexibel erweiterbare Partnerschaft auch unterstützende Maßnahmen wie die gemeinsame Entwicklung von Spezialwerkzeugen zur Demontage und gezielte Mitarbeiterschulungen.