Nachhaltigkeit

Der Einfluss von Nachhaltigkeit auf den zukünftigen Umsatz von Unternehmen

Veröffentlicht: 13.11.2018 Lesezeit: 6 Min
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Wie äußert sich Nachhaltigkeit in Unternehmen?

Das Verständnis der Nachhaltigkeit hat zu einer Veränderung der Unternehmenslandschaft geführt. Zum einen sind neue Unternehmen entstanden, die Nachhaltigkeit zu ihrem Unternehmensziel erklärt haben. Da sind u. a. die verschiedenen Tausch- und Verleihbörsen im Internet zu nennen, die Kleider, Taschen, Elektronik usw. einer Weiternutzung zuführen. All diese Waren werden nicht weggeworfen, sie werden weitergenutzt und müssen nicht neu produziert werden. Die Firmen, oftmals junge Existenzgründer, haben es geschafft, die ökologische Verantwortung mit beachtlichen Umsätzen zu verbinden.
Andere Unternehmen setzen auf kreatives Upcycling von Materialien, die ansonsten im Müll landen oder im günstigsten Fall recycelt werden würden. Gebrauchte LKW-Planen werden zu Taschen, Altkleider werden zu Stoffgarnen verarbeitet, aus denen wieder neue Kleidungsstücke und Wohntextilien hergestellt werden können. Kronkorken werden zu coolem Schmuck usw. Immer wieder entstehen neue Upcycling-Ideen.

Und, all diese Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Das zeigt, dass der moderne, intelligente Verbraucher viel Wert auf nachhaltige Produkte legt und die Herausforderung des schonenden Umgangs mit den Ressourcen längst verstanden hat. Immer mehr Kunden wollen wissen, wo die Ware herkommt, wie und von wem die Produkte produziert werden. Viele Unternehmen haben längst erkannt, dass die veränderte Einstellung der Verbraucher einen beachtlichen Werbefaktor darstellt. Während einige Unternehmer jedoch glauben, dass ein paar gepflanzte Apfelbäume auf dem Firmengelände oder eine Spende an den regionalen Naturschutzverein bereits eine nachhaltige Firma ausmachen, haben andere Unternehmen die Zeichen der Zeit verstanden. Vorbildliche Unternehmen wie Hipp, Iglo, Siemens oder Frosta wissen um das gestiegene Bewusstsein der Verbraucher. Sie haben ein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement implementiert, hinterfragen jeden einzelnen Schritt der Herstellung ihrer Produkte und bieten dem interessierten Verbraucher eine hohe Transparenz. Diese Unternehmen zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen und gegenseitig befruchten.

Nachhaltiges Gewerbe: Ökonomisch und ökologisch Sinnvoll

Neben dem bedeutenden Werbefaktor der Nachhaltigkeit spielen die ökologische Ausrichtung der Produktion und das veränderte soziale Bewusstsein eine große Rolle für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Der Einsatz energieeffizienterer Maschinen oder die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien reduzieren die Betriebskosten. Die Vermeidung von Abfällen durch Wiederverwertung oder durch die Entwicklung neuer Produkte schlägt sich oft bereits kurzfristig in höheren Gewinnen nieder.
Nicht zu unterschätzen ist die Möglichkeit, durch das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen zu erhöhen. Nachhaltigkeit erfordert das Mitdenken der gesamten Belegschaft – im Büro, in der Produktion, selbst in der Betriebskantine können kleine und größere Veränderungen zu mehr Nachhaltigkeit und zu besseren Ergebnissen führen.

Nachhaltigkeitsstrategien werden immer mehr als Möglichkeit zur Umsatzsteigerung verstanden. Seit 2011 misst der Sustainability Image Score (SIS) das Nachhaltigkeitsbild von Unternehmen aus Sicht der Verbraucher. Der SIS stellt auch den Anteil des Umsatzes und den auf die Nachhaltigkeit bezogenen wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen dar. Das Ergebnis verdeutlicht, dass die nachhaltige Unternehmensausrichtung bis zu 13 Prozent am Gesamtumsatz ausmachen. Das beweisen auch die Ergebnisse einer von der Kommunikationsagentur Serviceplan Corporate Reputation und der Unternehmensberatung Biesalski & Company durchgeführte Studie. Sie zeigt, dass Nachhaltigkeitsimages deutlich zum Unternehmensgewinn beitragen, sie stellt aber zudem auch dar, dass zahlreiche Firmen dieses Potenzial noch nicht erkannt haben und noch nicht nutzen.

Wie kann ein Nachhaltigkeitsmanagement implementiert werden? 

Um die ökonomischen, ökologischen und sozialen Handlungsfelder eines Unternehmens bewerten zu können, ist der Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements erforderlich. Die Entwickler der o. g. Studie zur Umsatzrelevanz der Nachhaltigkeit in Unternehmen stellten einen Fahrplan zur Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements auf.

Dieser beinhaltet folgende Schritte:

• Definition und Personifizierung der Zielgruppe/n
• Identifikation der wirklich relevanten Nachhaltigkeitsthemen aus Zielgruppensicht. Fundierte Analysen zu Status quo und Potenzial
• Hinterlegung mit Substanz in Bezug auf: Was?, Wie? und Warum? Hinterlegung mit konkreten und nachvollziehbaren Argumentationsketten
• Herausarbeitung von Nachhaltigkeit als differenzierender Wettbewerbsfaktor im Rahmen der Unternehmensstrategie
• Prüfung auf Glaubwürdigkeit und Differenzierungspotenzial
• Übersetzung der Argumentationsketten in konkrete Kommunikationsmaßnahmen und verhaltensbezogene Guidelines mit Tool-Unterstützung (Workflow)
• Identifikation der individuell richtigen Kanäle mit Akzeptanz der Botschaft, glaubwürdiger Wirkung und hoher Verbreitung in der definierten Zielgruppe
• Messung des Beitrags zum Unternehmenserfolg

Mit diesem Fahrplan gelingt es auch kleineren Unternehmen, ihre individuellen Nachhaltigkeitsaspekte zu bestimmen, darzustellen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess gemeinsam mit allen Mitarbeitern zu beginnen.

Die SIS Studie im Download

Was kann man als Gewerbetreibender noch machen?

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